Selbstständig im Apothekenaußendienst | OTC Außendienst

Als "freiberuflicher" oder freier Handelsvertreter im OTC Vertrieb

 

Um es vorweg zu nehmen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Er soll Ihnen auf Basis unserer Erfahrungen und Kenntnisse eine interessante Alternative zum angestellten Apothekenaußendienst aufzeigen. Aus Gründen der Lesbarkeit wurde der Beitrag in der männlichen Form geschrieben, die hier für alle Geschlechter gleichermaßen steht.


Sicher, ein festes Einkommen hat etwas für sich. Jedenfalls für die Angestellten. Für Unternehmen sind fest angestellte Außendienstmitarbeiter jedoch ein enormer Kostenblock. Wenn ein durchschnittlicher Apothekenaußendienstler pro Jahr mit Gehalt, Prämien, Arbeitgeberanteilen an den Sozialversicherungen, Altersvorsorge, Dienstwagenkosten, Feldführung, Administration, Trainingsaufwand, etc., etc. z.B. 75.000 € kostet, dann wären mit nur 15 Apothekenaußendienstlern schon eine Million Euro Kosten pro Jahr gut überschritten. Dafür müsste jeder Gebietsleiter OTC oder Rx etwa 300 € Gewinnanteil (genauer: Deckungsbeitrag, das ist nur ein Bruchteil vom Umsatz) pro Arbeitstag einbringen. Das will erst einmal verdient sein, wenn man mit dem Außendienst als Unternehmen nicht draufzahlen möchte. Und die Kosten bleiben – mal abgesehen von den Prämien – auch dann noch so hoch, wenn das Geschäft mal weniger abwirft, sei es konjunkturell bedingt, gesundheitspolitisch oder aus anderen Gründen, die nicht immer im eigenen Einflussbereich liegen. Kein Wunder, dass für viele Firmen ein Außendienst zu fixen Kosten gar nicht oder nur sehr eingeschränkt in Frage kommt.

Ganz anders sieht es aus, wenn die Apothekenaußendienstler variabel vergütet werden, das heißt z.B. nach Prozentsätzen der von ihnen erwirtschafteten Umsätze. Dann übersteigen die Kosten des Außendienstes niemals den „Gewinnanteil“ in dem von ihm erwirtschafteten Umsatz. Für Unternehmen eine interessante Konstellation. Unter diesen Bedingungen werden Stellen gerade im Apothekenaußendienst geschaffen, die im angestellten OTC-Außendienst gar nicht angedacht worden wären. Aus diesem Grund finden sich für selbstständige Apothekenaußendienstler selbst dann noch Job-Chancen, wenn der Stellenmarkt für angestellte Gebietsleiter leergefegt ist oder die Außendienstjobs nur noch unter ganz bestimmten Profilvorgaben vergeben werden.

 

Wie sieht es dabei für die Apothekenaußendienstler aus?


Selbstständige Apothekenaußendienstler werden nach Provisionen vergütet. Provisionen sind ein Anteil des von ihnen erzeugten Umsatzes (in €) oder Absatzes (in Stück). Um von den Provisionen gut leben zu können, müssen die freien Apothekenaußendienstler bei fast jedem Apothekenbesuch Bestellungen generieren. Das gelingt vor allem dann, wenn man den Apothekern eine größere Auswahl an Produkten bieten kann, weil dann die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass für jeden etwas dabei ist.

Oftmals werden selbstständige Apothekenaußendienstler auch als freiberufliche Apothekenaußendienstler bezeichnet, aber das ist falsch. Als freiberuflich kann man sich nur dann bezeichnen, wenn man einen der so genannten freien Berufe ausübt. Freie Berufe zeichnen sich wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten aus. Selbstständige Apothekenaußendienstler sind hingegen Handelsvertreter, weil sie für ihre Auftraggeber Geschäft vermitteln (= Bestellungen einholen). Handelsvertretung, auch für den Apothekenvertrieb, zählt nicht zu den freien Berufen, sondern ist ein Gewerbe. Selbstständige im Apothekenaußendienst sind danach nicht Freiberufler, sondern Gewerbetreibende. Das ist nicht nur ein sprachlicher Unterschied, sondern wirkt sich auch auf die Meldepflichten und das jeweilige Steuerrecht aus. Wer betonen möchte, dass er im Apothekenaußendienst selbstständig ist, kann sich jedoch als „frei“ bezeichnen, also z.B. freier Handelsvertreter OTC. Das hat mit freiberuflich nichts zu tun.

 

Einkommensmöglichkeiten als selbstständiger Apothekenaußendienstler

Oftmals reicht ein einzelner Auftraggeber mit seinen Produkten nicht aus, um als freier Apothekenaußendienstler ausreichend Provisionen verdienen zu können. Deshalb und auch weil es der Status als Selbstständiger geradezu erfordert, wird sich der Handelsvertreter OTC weitere Auftraggeber suchen müssen, für die er gleichzeitig tätig ist. Exklusivität, d.h. Außendienst für immer nur einen einzigen Auftraggeber, wäre ein gewichtiges Anzeichen für eine Scheinselbstständigkeit. Das sollen Sie tunlichst vermeiden. Nur in der ersten Zeit der Selbstständigkeit ist es Ihnen gestattet, eine Zeit lang für nur einen Auftraggeber tätig zu sein, weil man zum Start noch nicht von Ihnen erwarten kann, schon mehrere Aufträge akquiriert zu haben.

Eine weitere Einstiegshilfe in den selbstständigen Apothekenaußendienst kann es von der Agentur für Arbeit geben. Falls Sie zuvor arbeitslos sind erkundigen Sie sich am besten beim Amt, ob und unter welchen Bedingungen Ihnen ein Überbrückungsgeld in die Selbstständigkeit gezahlt werden kann. Solche Starthilfe ist meist nicht zurückzahlbar. Sie werden aber sehr wahrscheinlich aufzeigen müssen, dass Sie gute Voraussetzungen dafür mitbringen, dass Ihr Vorhaben, Handelsvertretung im Apothekenaußendienst, erfolgreich werden kann.

 

Voraussetzungen als selbstständiger Apothekenaußendienstler

Solche Voraussetzungen sollten auch dann für sich prüfen, wenn Sie ohne Starthilfe in den selbstständigen Apothekenaußendienst eintreten möchten. Wichtige Kriterien, um in der Selbstständigkeit des Apothekenaußendienstes schnell genug erfolgreich werden zu können sind z.B.:

  • Mehrjährige, aktuelle oder zumindest nicht weit zurückliegende Erfahrungen im Apothekenverkaufsaußendienst
  • Gefestigte Beziehungsqualtiäten zu den Apothekern in Ihrem Einsatzgebiet, oder solche, die sich sehr kurzfristig wieder reaktivieren lassen. Man kennt Sie dort, heißt Sie willkommen, hört Ihnen gerne zu.
  • Umsatzerfolge bei Ihren bisherigen Apothekenaußendienst-Tätigkeiten. D.h. Sie können verkaufen und  haben schon erfolgreich in den Apotheken verkauft – also nicht nur beraten oder geschult.

 

Und die Produkte?

Natürlich möchte wohl jeder Apothekenaußendienstler Produkte „besprechen“, die sich ganz von alleine, d.h. ohne ihr Zutun verkaufen. Aber ist das ein realistischer Wunsch? Für Produkte, die sich in der Apotheke von alleine verkaufen, braucht man gar keine Außendienstler, weder angestellte, noch freie.

Der Faktor „Mensch“ gewinnt im Verkauf erst dann an Bedeutung, wenn es wirklich auf aktiven Verkauf ankommt, um das zu verkaufende Produkt erfolgreich zu platzieren. Das ist die Domäne der Verkäufer. Wenn Sie sich dieses zutrauen oder es Ihnen – besser noch - selbstverständlich ist, wenn Sie Ihre guten Kontakte zu den Apothekern dafür gewinnbringend nutzen können, dann bringen Sie beste Voraussetzungen dafür mit, im selbstständigen Apothekenaußendienst nicht nur ein Auskommen zu finden, sondern ggf. auch besser verdienen zu können, als mit Gehalt + Bonus.

 

Welche Formalien müssten Sie erfüllen, um als freier Apothekenaußendienstler tätig sein zu können?

Zunächst einmal müssen Sie natürlich Ihren ersten Auftraggeber finden (siehe dazu weiter unten).

Haben Sie Ihren ersten Einsatzauftrag vereinbart gilt es, noch vor dem eigentlichen Außendienststart, sich bei Ihrem zuständigen Gewerbeamt einen Gewerbeschein ausstellen zu lassen.

Wollen Sie eine Übergangsfinanzierung der Agentur für Arbeit erhalten, sollten Sie das noch vor dem ersten Auftrag in die Wege leiten. Manche Förderungsbewilligungen sind nur dann möglich, wenn sie nicht schon die zu fördernden Tatsachen geschaffen, d.h. z.B. den Auftrag noch nicht unterschrieben haben.

Für die Buchhaltung und die Steuererklärung nehmen Sie sich am besten einen Steuerberater, sofern ihnen die damit verbundenen Anforderungen nicht sowieso schon aus anderen beruflichen Hintergründen heraus bekannt sind.

Dann kann es losgehen...

 

Sie sind interessiert?

Dann schauen Sie sich einmal bei unserem „Vertriebspartneraußendienst Apotheke“ um. Hier fungieren wir, d.h. das Unternehmen AMS Advanced Medical Services GmbH, als Handelsvertretung unserer Auftragskunden. Die wiederum von uns beauftragten selbstständigen Apothekenaußendienstler sind dadurch unsere „Untervertreter“, die in den Apotheken OTC- und Freiwahl-Produkte „verkaufen“ (richtiger: Bestellungen erzeugen). Diese Konstellation hat für Sie den Vorteil, dass wir uns um das Gewinnen von Auftragskunden kümmern und Sie sich ganz darauf konzentrieren können, als selbstständiger Apothekenaußendienstler erfolgreich zu werden. Außerdem stehen „hinter uns“ verschiedene Kunden, so dass es für Sie leichter verschmerzbar wäre, wenn mal einer von ihnen aussteigt, als wenn Sie die Hälfte Ihres Auftragsbestands oder gar den Ganzen mit einem direkten Kunden verlieren würden. Mehr Sicherheit, mehr Stabilität, mehr Fokussierung auf Ihren eigentlichen Verkauf. Das ist es, was Ihnen unser „Vertriebspartneraußendienst Apotheke“ bietet.

Zu den: Jobs für Handelsvertreter OTC im AMS Vertriebspartneraußendienst Apotheke.